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DIE BIBLIOTHEK GUARNERIANA

Biblioteca Guarneriana -"Guarneriana Aperta" klicken für Informtionen

Dieses Gebäude steht als Symbol dieser Stadt und für seine altherkömmliche Freiheit und demokratischen Institutionen. Erbaut ab 1415 aus Steinblöcken der südlichen Mauer des Schlosses der Varmo, wird dann zum Sitz der Bibliothek Guarneriana erklärt, in der als erste in der Region, aber auch in ganz Italien, öffentliche Vorträge stattfanden.

Sie wurde am 7. Oktober 1466 "gegründet", als Guarnerio dei Signori di Artegna, Vikar in spiritualibus et temporalibus des Patriarchen von Aquilea und Pfarrer von San Daniele, seiner Stadt, im vollen Einklang mit dem Humanismus, seine wertvolle bibliografisch Sammlung von 173 handschriftlich verfassten Dokumenten, viele davon mit feinen Buchmalereien versehen, damit:" …..wenn jemand wünscht… und dem Stadtrat und der Gemeinde ist es genehm, die oben genannten Bücher, und innerhalb der gleichen Bibliothek und nirgens woanders, mit der Erlaubnis des Rates und der Gemeinde von San Daniele, zu lesen und zu forschen ……….."
Daraus entstand der Anfang dieser öffentlichen Bibliothek, die im Laufe der Zeit fast intakt erhalten werden konnte und für einer der wohl wichtigsten Schriftstückbestände des lateinischen Humanismus in Italien gilt.


Guarnerio hatte Beziehungen zu den bedeutesten Persönlichkeiten der Kultur seiner Zeit, u.a. Lorenzo Valla, Poggio Bracciolini, Leonardo Bruni, Guarino Veronese, Giovanni di Spilimbergo. Seine ersten literarischen und filologischen Erfahrungen konnte er in Rom sammeln, von wo er dann 1435 nach Friuli zurückkehrte. Seine Bibliothek war zu dieser Zeit schon mit einigen wertvollen Werken ausgestattet, wie z.B. die Bizantinische Bibel (12. - Anfang 13. Jh.), geheimnisvoll für ihren Ursprung und Herkunft, die mit wundervollen Miniaturen versehen ist und ein Zusammenspiel von nordischen, südländischen und orientalischen Motiven darstellt. Er gründete zuerst in Udine, danach in San Daniele, zusammen mit den besten Kopisten seiner Zeit, eine Schreibestube (Scriptorium), aus der seine ersten Weke seiner Sammlung stammten, in primis di Komödien von Plautio und, kopiert von Nicolò da San Vito, die Noctes Atticae von Aulo Gellio und demzu De Officiis von Cicerone, die Declamationes Maiores von Pseudo Quintilliano, diePeriocheOomnium Librorum von Tito Livio.


Dank seiner Freundschaft und Briefwechsel mit den bedeutesten Intellektuellen seiner Zeit, entstanden daraus, insbesondere aus dem Jahrzehnt 1445-1455, die wertvollsten Schriftstücke dieser Bibliothek: Es handelt sich hierbei um die wundervollen Codices in Pergamenis Deauratis, komponiert im eleganten Stil "littera antique", mit Buchmalereien von bekannten Künstlern wie z.B. Michele Salvatico aus Venedig und bewundert von Persönlichkeiten wie z.B. von dem Kardinal Bessarione, Mäzen der Marciana di Venezia und Gast in San Daniele während seiner Rückfahrt aus Deutschland.


Nach dem Tod des Gründers wurden die wertvollen Bücher bis 1743 in einem dafür bestimmten Raum in der Kirche von S.Michele Arcangelo, unter der Verantwortung von drei Mitglieder des Gemeinderates, aufbewahrt.Biblioteca Guarneriana
Im gleichen Jahr wurde die Bibliothek definitiv in den neuen Räumen des extra dafür restaurierten und verlängerten Rathauses untergebracht, um darin den Schriftnachlass des Mons. Giusto Fontanini, Gelehrter aus San Daniele, Erzbischof von Ancyra, Mönch aus Sesto, Abbreviator des Papstes, bekannt auch durch seine Rechtsstreitschriften mit Ludovico Antonio Muratori, aufzunehmen.
Der Besitzt von Fontanini, gest. 1736 in Rom, erreichte San Daniele nicht vollständig: ein Teil des Archivmatterial wurde aus "Staatsgründen" in Venedig zurüchbehalten.

Hier kamen, außer den wertvollen Archivsammlungen und Handschriften (z.B. Die Hölle von Dante des 14.Jh. mit dem Kommentar von Graziolo de' Bambaglioli und Jacopo Alighieri, Stunden- und Gebetsbücher aus verschiedenen Epochen), etwa 2800 gedruckte Werke, darunter ca. 30 Wiegendrucke (z.B. Corpus Juris Civilis von Giustiniano und eine Costituzioni de la Patria del Friuli übersetzt von Pietro Edo Capretto und 1482 in Udine von Gherardo di Fiandra gedruckt), viele seltene Bücher und Werke aus dem 16.Jh. an.

Die "Libraria" von Fontanini wurde in dem kunst- und wundervollen, ihm gewidmeten und von der Famile Andrioli di Valvasone durch einer speziellen Stiftung erbauten, Holztafelsaal untergebracht Zu den Schätzen der "Guarneriana" zählt auch seit 1749 der elegante Codice membranaceo zusammen mit dem Canzoniere und Trionfi von Terarca, kopiert und gemalt von Bartolomeo Sanvito.

Derzeitig ist die historische Abteilung der Bibliothek mit 12.000 historischen Büchern ausgestattet (darunter 600 Kodexe, 84 Wiegendrucke, 600 Werke des 16.Jh.) Sie wird von Professoren und Forschern von Universitäten und Kulturinstitute der Region, sowie In- und Ausland, Europa und anderen Kontinenten besucht und benutzt.